Heilpädagogische Arbeit

Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung


Wer hat Anspruch auf Eingliederungshilfe?

Leistungsberechtigt sind Personen, die durch eine Behinderung im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch wesentlich in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben eingeschränkt oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind (§ 53 Abs. 1 Satz 1 SGB XII).

Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist (§ 2 SGB IX).


Welche Aufgabe erfüllt die Eingliederungshilfe?

Besondere Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es

  • eine drohende Behinderung zu verhüten
  • eine Behinderung oder deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern
  • und die behinderten Menschen in die Gesellschaft einzugliedern

Die Hilfe soll den behinderten Menschen die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft ermöglichen oder erleichtern, ihnen die Ausübung eines angemessenen Berufs oder einer sonstigen Tätigkeit ermöglichen oder sie so weit wie möglich unabhängig von Pflege zu machen.


Leistungen der Eingliederungshilfe sowie andere Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen

Es gilt grundsätzlich das Nachrangsprinzip der Sozialhilfe, das heißt die Leistungen werden nur dann im Rahmen der Sozialhilfe ganz oder teilweise erbracht, wenn keine Ansprüche gegenüber anderen Leistungsträgern oder Verpflichteten bestehen. Nicht alle Leistungen der Eingliederungshilfe sind unabhängig von Einkommen und Vermögen zu gewähren.


Frühfördermaßnahmen

Die Ausgestaltung dieser Hilfen richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles und kann z. B. in ambulanter oder teilstationärer Form angeboten werden, z. B. in einer Frühfördereinrichtung oder durch niedergelassene Therapeuten, einem Integrationskindergarten bzw. einer integrativen Gruppe. Diese Hilfe soll so frühzeitig wie möglich einsetzen, um damit der Behinderung und ihren Folgen entgegenzuwirken. Sie umfasst daher behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder (Risiko-Kinder) von der Geburt bis zur Einschulung.


Schulbildung

Die Hilfe zu einer angemessenen Schulbildung umfasst heilpädagogische sowie sonstige Maßnahmen zugunsten behinderter Kinder und Jugendlicher, so dass diesem Personenkreis der Schulbesuch im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht ermöglicht oder erleichtert wird. Die Fördermaßnahmen werden schulbegleitend ambulant durch niedergelassene Therapeuten oder teilstationär in Einrichtungen, den so genannten Tagesstätten, angeboten.

Das Sozialamt ist im Gegensatz zu der Frühförderung nur für die körperlich und geistig behinderten Schüler zuständig.

Für Schüler mit einer seelischen Behinderung ist das Kreisjugendamt zuständig.


Hilfen zu selbstbestimmtem Leben in betreuten Wohnmöglichkeiten

Volljährige Personen, die nicht nur vorübergehend seelisch wesentlich behindert oder von einer solchen Behinderung bedroht sind, können ambulante psychiatrische Betreuung in einer therapeutischen Wohngemeinschaft oder in vergleichbar intensiv betreutem Einzelwohnen erhalten.


Ausgangspunkt für eine Leistung der Eingliederungshilfe ist stets die Beurteilung durch einen Facharzt. Die Prüfung, ob eine Behinderung vorliegt, setzt in der Regel eine medizinische Feststellung bzw. Diagnose des zugrunde liegenden Leidens bzw. Gebrechens voraus. Erst die Befunderhebung und die Diagnose lassen die Einordnung des betroffenen Patienten in den Personenkreis des § 53 SGB XII (Ausgangsvoraussetzung) zu. Liegen diese Voraussetzungen vor, wird das Sozialamt die geeigneten Fördermaßnahmen nach Prüfung Ihres Antrages festlegen.

 


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